Regelwerk Ju-Jutsu Allkampf

1. Erlaubte Techniken und Punktewertungen

1.1 Erlaubte Techniken
Erlaubt sind im Stand und in der Bodenlage Schlag-, Tritt-, Knie-, Kopf- und Ellenbogentechniken (Atemi), Wurftechniken sowie Hebel-, Würge-, Halte- und Nervendrucktechniken. Es werden nur gezielte und kontrolliert ausgeführte Techniken bewertet! Trefferfläche ist grundsätzlich die gesamte Vorderseite des Körpers (Kopf, Oberkörper und Beine).

1.2 Atemitechniken im Stand
Treffer mit Hand, Fuß oder Knie 1 Punkt Kopftreffer mit dem Fuß 3 Punkte Anzählen des Gegners bei Wirkungstreffern zum Körper oder den Beinen 3 Punkte

1.3 Wurftechniken
Zu-Boden-Bringen des Gegners ohne klar erkennbare Technik 1 Punkt Klar erkennbare und sauber ausgeführte Wurftechnik 3 Punkte

1.4 Bodenwertung
In der Bodenlage werden Schlag- und Tritttechniken nicht bewertet!
Kontrolliert ausgeführte Genickbeugehebel sind erlaubt. In der Bodenlage sind Nervendrucktechniken erlaubt, wenn sie nicht gegen die Augen angebracht werden. Punkte für Nervendrucktechniken werden nicht vergeben.

2. Kampf- und Verletzungszeit, Kampfentscheidung

2.1 Reguläre Kampfzeit und Kampfentscheidung
Die reguläre Kampfzeit beträgt 3 Runden à 2 Minuten mit 1 Minute Pause zwischen den Runden. Nach Ablauf der regulären Kampfzeit gewinnt der Kämpfer, der die höhere Gesamtpunktwertung erreicht hat. Bei Gleichstand erfolgt eine Verlängerung von 1 Minute. Sollte es einen weiteren Gleichstand geben, gewinnt der Kämpfer den Kampf, der zuerst drei Punkte erzielen konnte.

2.2 Verletzungszeit
Die Verletzungszeit beträgt pro Kampf und Kämpfer maximal 1 Minute.
Wenn ein Kämpfer aufgrund einer Verletzung aufgeben muss (gilt auch, wenn Verletzungszeit überschritten wurde), ist er für weitere Kämpfe an diesem Kampftag gesperrt. Erfolgt die Verletzung aufgrund einer verbotenen Aktion seines Gegners, so wird der Gegner je nach Schwere des Verstoßes für den Kampf oder das Turnier disqualifiziert.

2.3 Vorzeitige Kampfentscheidung
Eine vorzeitige Kampfentscheidung ist in folgenden Situationen möglich:
  • Disqualifikation aufgrund von Verwarnung
  • Wenn ein Kämpfer selbst durch Abklopfen oder Ausrufen von „Stopp bzw. Mate“ oder sein Betreuer durch schlüssiges Handeln aufgibt, so verliert er den Kampf vorzeitig ohne Rücksicht auf den Punktstand.
  • Wenn ein Kämpfer nach Ausschöpfung der Verletzungszeit den Kampf wegen einer Verletzung nicht fortführen kann oder ein Arzt dem Kampfgericht den Abbruch des Kampfes anrät.
  • Entscheidung der Kampfrichter in besonderen Situationen.
  • K.o. (Kämpfer wird bis 8 angezählt bzw. bis 10 ausgezählt).
  • Wenn ein Kämpfer zum dritten Mal angezählt wird.

3. Verbotene Techniken und Handlungen
Je nach Schwere des Verstoßes wird eine verbotene Technik oder Handlung mit einer Verwarnung oder sofortigen Disqualifikation geahndet. Bei Verwarnungen erhält der Gegner 5 Punkte. Die dritte Verwarnung führt automatisch zur Disqualifikation des Kämpfers. Entscheidungen des Kampfgerichts sind unanfechtbar!

Verbotene Techniken und Handlungen sind beispielsweise:
 
  • Kopf-, Knie- und Ellbogentechniken zum Kopf
  • Gerade Beintechniken gegen die Beine
  • Finger- und Handstiche zu den Augen
  • Atemitechniken gegen den Hals, die Wirbelsäule und die Gelenke (insbesondere das Knie!)
  • Techniken gegen die Genitalien
  • Gedrehte Hebeltechniken gegen das Knie- oder Fußgelenk
  • Techniken gegen die Wirbelsäule mit Ausnahme des Genickbeugehebels
  • Finger- und Zehenhebel
  • Unsportliches Verhalten des Kämpfers oder seines Betreuers
  • Eigengefährdung (z.B. ungeschütztes Vorwärtsgehen gegen Atemitechniken)
  • sprechen auf der Matte ohne Aufforderung durch die Kampfrichter
  • Verlassen der Wettkampffläche im Stand und in der Bodenlage ohne Verschulden des Gegners, um dessen regelkonformen Techniken zu entgehen (Mattenflucht); dem Gegner muss dadurch ein Nachteil entstehen
  • Unkontrollierte Techniken
  • Techniken, die vorsätzlich und regelwidrig den Gegner verletzen sollen
  • Unsportliches Verhalten durch Verweigerung

Nicht verboten sind beispielsweise:
 
  • Genickbeugehebel
  • Wegdrücken des Kopfes am Kinn, oder mit dem Unterarm bzw. der offenen Hand (ohne Nervendrucktechniken)
  • Würgen mit dem Unterarm
  • Griff über Mund und Nase, um Atmung zu erschweren
  • Dem Gegner seine Jacke über den Kopf ziehen
  • Würgetechniken mit der eigenen Kleidung
  • Würgetechniken mit Beinen oder Füßen, ohne dass ein Arm des Gegners eingeschlossen wird
4. Mattenverhalten

Die Kämpfer haben sich grundsätzlich nach den allgemeinen Gepflogenheiten des Budosports zu richten.
  • Dem Gegner ist Achtung entgegenzubringen
  • die Mattenfläche ist erst von den Kämpfern zu betreten, wenn der Hauptkampfrichter dazu auffordert
  • auf das Kommando „Angrüßen“ wird zuerst der Hauptkampfrichter und dann der Gegner angegrüßt
  • der Kampf beginnt beim Kommando „Kämpft“
  • nach dem Kampf ist auf das Kommando „Abgrüßen“ zuerst der Gegner und dann der Hauptkampfrichter abzugrüßen
  • nach dem Abgrüßen ist der gegnerisch Trainer durch Handschlag zu würdigen.
Ein Verstoß gegen diese Regeln kann mit einer Verwarnung oder einer sofortigen Disqualifikation geahndet werden. Der Hauptkampfrichter hat dabei zu entscheiden, ob der Kämpfer für den Kampf, das gesamte Turnier oder sogar für weitere Veranstaltungen gesperrt ist.

5. Persönliche Voraussetzungen, Bekleidung und Schutzausrüstung

Die Wettkämpfer sollen persönlich den allgemein anerkannten Vorstellungen von Körperhygiene und Etikette im Kampfsport entsprechen. Die Finger- und Zehennägel müssen so kurz geschnitten sein, dass sie den Gegner nicht verletzen können. Als Wettkampfkleidung ist ein Ju-Jutsu-Anzug oder ähnliche feste Wettkampbekleidung (Gi) zu tragen, der Waden und Unterarme mindestens zur Hälfte bedeckt. Die Farbe ist frei wählbar. Die Bekleidung und Schutzausrüstung muss sauber und in ordentlichem Zustand sein. Die Trefferflächen der Handschützer sowie der Fuß- und Schienbeinschützer müssen ausreichend gepolstert sein. Im Einzelfall entscheidet das Kampfgericht  über die Zulassung. Mundschutz ist Pflicht, bei Männern ebenso der Tiefschutz. Frauen dürfen zusätzlich einen Tiefschutz tragen. Kopfschutz darf getragen werden. Das Tragen von Brillen ist im Wettkampf nicht gestattet.

6. Kampfrichterkommandos

Kämpft = Kampfbeginn
Stopp = Sofortige Kampfunterbrechung
Haltetechnik = Haltetechnik am Boden
Gelöst = Haltetechnik wurde gelöst,Kampf läuft weiter
Halten = Der Kampf wird eingefroren,Kämpfer dürfen sich nicht bewegen
Verwarnung = 5 Punkte für den Gegner
Disqualifikation = Ausschluss vom Kampf oder Turnier
Anzählen bis 8 = weiterkämpfen
Auszählen bis 10 = Kämpfer hat verloren
Angrüßen = Kampfrichter und Gegner werden angegrüßt
Abgrüßen = Kampfrichter und Gegner werden abgegrüßt
 
 
 

 

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